Vereinsjubiläum 2016

1926 – 1976 – 1996 – 2016

Bigband feiert Vereinsjubiläum

 

Das Swinging Orchestra Schönberg e.V. feiert sein 20jähriges Bestehen, kann dabei aber bereits auf eine 90jährige Vereinsgeschichte zurückblicken.

 

Angefangen hat alles im Jahr 1926, genauer gesagt am 27.04.1926. An diesem Tag gründeten H. Scharnberg, F. Püst sen., H. Haßler, H. Voß, W. Zingelmann, O. Dürkop, W. Ha­mann, W. He­ring, H. Pöhls, J. Stoß und E. Witten einen Spielmannszug im TSV Gut Heil Dwerkaten von 1925 Lütjensee e.V.

 

Aller Anfang ist schwer, und so hatten auch die Spielleute der „ersten Stunde“ viel Fleiß und Aus­dauer zu investieren, bevor sie ihr Können auf den Sport- und Schützen­festen in der näheren Umge­bung Lüt­jensees und Schönbergs unter Beweis stellen konnten. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Spielmannswesen für Propagandazwecke vereinnahmt. Der konzertante Bereich trat in den Hintergrund. Das Turnerspielmannswesen erlosch damit nach relativ kurzer Zeit. In Lütjensee/Schönberg stellte man alle musikalischen Aktivitäten mit Kriegsbeginn im September 1939 ein.

 

Aber schon im Jahre 1951 begann man damit den Spielmannszug wieder aufzubauen, der schnell wieder spielfähig wurde. Bereits im Sommer 1952 konnten die Spielleute auf dem Sommersportfest in Lütjensee erstmalig wieder auftre­ten. 1953 war man dann in der Lage nach Noten zu spielen, und aus den anfäng­lich 15 Spielleuten war ein stattlicher Musikzug von 28 Mann geworden. Der Spielmannszug erwarb sich einen guten Ruf, und konnte bald vielen Einladungen zu Sportfesten, Vogelschießen, Volks- und Schützenfesten folgen.

 

Ein einprägsames Ereignis erlebten die Spielleute am 1. Oktober 1959. Mit klingen­dem Spiel beglei­tete der Spielmannszug einen Kameraden in die Truppenunterkunft nach Boostedt bei Neu­münster, wo dieser seine Wehrpflicht ablei­sten sollte. Der Spielmannszug wurde vom Kom­paniechef begrüßt, und der Bataillonskommandeur spendierte Kaffee und Kuchen.

 

Im Jahr 1976 feierte man das 50jährige Bestehen des Spielmannszuges mit einem großen Musikfest in Lütjensee, an dem 15 Mu­sikzüge aus der näheren und weiteren Umgebung Lütjensees und Schönbergs teilnahmen. Unmit­telbar nach der Jubiläumsfeier war es zwischen dem Spartenleiter des Spielmannszuges und dem Vor­stand des TSV zu einer heftigen Kontroverse gekommen, in deren Verlauf der Spartenleiter sein Amt niederlegte. Daraufhin erklär­ten sich fast alle Spielleute mit ihrem Spartenlei­ter solidarisch und beschlossen, den Spielmannszug im TSV aufzulösen und einen neuen eigenständigen Spielmanns­zug in der Gemeinde Schönberg zu gründen. Dieses war dann am 1. Oktober 1976 die offizielle Geburtsstunde des Schönberger Spielmannszuges von 1976 e.V.

 

Wie schon in den vorangegangenen Jahrzehnten, so hatten es sich die auf der Gründungsversammlung anwesenden Musikfreunde zur Aufgabe gemacht, das Spielmannszugwesen zu pfle­gen und auszubreiten. Weit über die Grenzen des kleinen Ortes hinaus hat man sich für die Idee einen Spielmannszug in Schönberg zu gründen begeistert. Aus fast allen Orten des Amtes Sandesneben, einigen Gemeinden des Kreises Stor­marn und sogar aus Hamburg sind Musikfreunde dem Verein beigetreten, um ihn aktiv und passiv zu unterstützen.

 

In den Folgejahren trat der Verein dem Kreissportverband Herzogtum Lauenburg  bei. Dadurch konnten die Vereinsmitglieder erstmals an Lehrgängen der Bundesmusikschule in Alt Gandersheim (Harz) teilnehmen. Weitere Möglichkeiten musikalische Fachseminare zu besuchen eröffnete der Beitritt des Spielmannszuges zum Musikerverband Schleswig-Holstein. So fanden über viele Jahre hinweg in der „Alten Schule“ in Schönberg verschiedenste Lehrgänge unter der Leitung von Fachkräften statt, die vom Musikerverband gestellt wurden.

 

Ab dem Jahr 1978 veranstaltete man jährlich einen „Musikalischen Frühschoppen“ in Schönberg, anfänglich noch auf dem Festsaal der Gaststätte „Zur Alten Post“. Später fanden diese Veranstaltungen im Festzelt des „Gasthofs Stamer“ und auf dem „Kornboden“ der Familie Müller-Krumwiede statt. Ab 1980 organisierte der Spielmannszug jährlich jeweils im November zusammen mit den Feuerwehrmusikzügen des Amtes Sandesneben einen großen Konzertabend in der Sandesnebener Sporthalle. Die Reinerlöse dieser Veranstaltungen wurden  immer für einen „guten Zweck“ gespendet.

 

Die Musikerinnen und Musiker des Spielmannszuges sind mit den Jahren viel herum gekommen. Neben Aufenthalten im Schwarzwald, im Bayrischen Wald, auf Helgoland und in Kopenhagen sind besonders die Konzertreisen nach Holland (1980 – zusammen mit dem TSV Ahrensburg), Spanien (1988) und Italien (1990) hervorzuheben. Einen besonderen Stellenwert in der Vereinsgeschichte haben die Konzertreisen nach Polen, die in den Jahren 1987, 1991 und 1999 stattfanden. Begonnen hat alles im Jahr 1986, als man bei einer Ferienfreizeit erste Kontakte zu einem Jugendblasorchester in der Kleinstadt Sieraków an der Warthe aufnahm. Hieraus entwickelte sich eine intensive Partnerschaft, in deren Verlauf das polnische Orchester in den Jahren 1986, 1989, 1993 und 2001 zu Gast in Schönberg war. Anlässlich des 10jährigen Bestehens des Schönberger Spielmannszuges im Jahr 1986, bei dem das polnischen Jugendblasorchester erstmals zu Besuch in Deutschland war, veranstaltete der Verein das  Kreismusikfest, an dem rund 500 Musikerinnen und Musiker mitwirkten und mehrere Tausend Zuschauer zu Gast in Schönberg waren. Die Partnerschaft zur polnischen Stadt Sieraków besteht zwischenzeitlich seit 30 Jahren und wird von in beiden Kommunen gegründeten Fördervereinen weiterhin aufrechterhalten.

 

Beginnend in den 90er Jahren nahm das Interesse am Spielmannszugwesen  einhergehend mit einer Fülle an neuen Freizeitangeboten im ländlichen Raum insbesondere bei den Jugendlichen deutlich ab. Der Verein hatte es schwer, weiterhin ausreichend Nachwuchs zu finden, benötigte man doch für einen gut klingenden Spielmannszug immerhin rund 35 Spielleute. Auf der Suche nach einer auch in der Zukunft tragbaren Lösung für dieses Problem entschied sich ein Teil der Spielleute, einen neuen musikalischen Weg einzuschlagen: Den Aufbau einer Bigband. Unterstützt von der Gemeinde Schönberg wurden ab 1994 die erforderlichen neuen Musikinstrumente beschafft und die Proben aufgenommen. Nach drei Jahren harter Arbeit, in denen parallel weiterhin diverse Auftritte des Spielmannszuges erfolgten, präsentierte sich die Bigband erstmals anlässlich des 20jährigen Vereinsbestehens im November 1996 bei einem Konzertabend in der Sandesnebener Sporthalle der Öffentlichkeit.

 

Motiviert durch den großen Erfolg dieses ersten Konzertes ging man daran, das Repertoire weiter auszubauen und weitere Musiker für die Bigband zu gewinnen. Insbesondere die Rhythmusgruppe und die Blechbläser waren über lange Zeit chronisch unterbesetzt. Glücklicherweise ergaben sich freundschaftliche Kontakte zur Hamburger Bigband „The Openers“, mit der man sich zwischenzeitlich seit vielen Jahren personell ergänzt, gegenseitig unterstützt und gemeinsame Konzerte veranstaltet.

 

In den letzten drei Jahren hat die Bigband nunmehr – was die Besetzung, das Repertoire als auch die Auftrittsmöglichkeiten angeht – nach gut 20jähriger Arbeit einen Stand erreicht, mit dem alle Beteiligten sehr zufrieden sein können: Die Rhythmusgruppe ist vollständig, das Blechregister personell verstärkt, eine Sängerin dazu gewonnen und ein umfangreiches und vielseitiges Repertoire einstudiert. Mit großzügiger Unterstützung der Gemeinde wurden die Probenräume des Orchesters in der „Alten Schule“ saniert und erweitert, so dass  ein guter Probenbetrieb gewährleistet ist. Seit drei Jahren veranstaltet die Bigband nun wieder – anknüpfend an die langjährige Tradition des Spielmannszuges – ein Konzert-Frühschoppen auf dem „Kornboden“ in Schönberg sowie mit Unterstützung der „Openers“ eine sehr erfolgreiche eigene Konzertreihe auf der Bühne des Brügmanngarten in Travemünde. Im letzten Jahr vollzog man den letzten Schritt, und hat den Vereinsnamen den tatsächlichen musikalischen Gegebenheiten angepasst. Der Verein nennt sich nun offiziell– wie schon seit einigen Jahren die Bigband – Swinging Orchestra Schönberg e.V.

 

In der zwischenzeitlich 90jährigen Vereinsgeschichte haben sich zahlreiche  Menschen in und für den Verein engagiert. Stellvertretend für diese vielen ehrenamtlich Tätigen seien an dieser Stelle die Namen und Amtszeiten der Spartenleiter und späteren Vereinsvorsitzenden genannt: In den 1920er/1930er Jahren Karl Hillebrandt; 1951- 1955 Otto Jarchow; 1956 – 1963 Ernst Burmeister; 1964 Johannes Martens; 1965 – 1970 Heinrich Stamer; 1971 erneut Ernst Burmeister; 1972 – 1975 Alfred Pöhls, 1976 – 84 erneut Ernst Burmeister; 1985 – 1988 Heinrich Kohl; seit 1989 Peter Urgien.

 

Das nunmehr 20jährige Bestehen der Bigband feiern die Musikerinnen und Musiker des Swinging Orchestra Schönberg am 18.09.2016 auf dem Kornboden in Schönberg. Neben einem Jubiläumskonzert der Bigband werden die geladenen Gäste sicherlich bei einem anschließenden Essen viel Zeit finden, die insgesamt 90jährige Vereinsgeschichte mit ihren vielen Ereignissen Revue passieren zu lassen.

Der Spielmannszug auf dem Sportfest 1927 (Altestes Fotodokument des Vereins)
Der Spielmannszug in den 1950er Jahren (v.l. stehend: O. Jarchow, E. Burmeister, J. Martens, J. Netz, J. Stoß, H. Lamolla, R. Netz, A. Poehls - kniend: G. Kriszio, H. Stoß, P. Krohß, K. Evermann)
Der Spielmannszug 1976 zum 50. Jubiläum im "TSV Gut Heil Dwerkaten von 1925 Lütjensee e.V." (von links: A. Poehls, A. Sudmeier, K. Burmeister, M. Burmeister, C. Rätsch, J. Burmeister, H. Scharnberg, G. Scharnberg, W. Krohß, J. Martens, A. Rütz, B. Brela,
Der "Schönberger Spielmannszug v. 1976 e.V." 1986 zum 10jährigen Jubiläum.
Das "Swinging Orchestra Schönberg e.V." im Jubiläumsjahr 2016.

Bigband-Logo:

Vereinsanschrift:

Swinging Orchestra Schönberg e.V.

Pommernweg 37
22929 Schönberg
Telefon: 04534 8965 04534 8965
Mobiltelefon: 0172 1660114
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